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Gesellschaft des Genug

Jeannette Behringer, Dr. rer. pol.,
Leiterin Programm Suffizienz am ZKSD,
Kontakt: behringer@sustainability.uzh.ch

Inhalt

Projekt

Die Veranstaltungsreihe «Gesellschaft des Genug» beleuchtet gesellschaftliche, ökonomische und politische Ansätze, die für die Entwicklung einer suffizienten Gesellschaft förderlich sind. Gäste und Themen waren bisher: Prof. Dr. Kora Kristof («Nachhaltige Entwicklung: Wie gesellschaftliche Transformation gelingt»); Prof. Dr. Annette Töller («Politik für ein suffizientes Verhalten»), Prof. Dr. Uwe Schneidewind («Zu den Perspektiven kommunaler Suffizienz»).

Zu den ausführlichen Berichten der drei Veranstaltungen:
«Nachhaltige Entwicklung: Wie gesellschaftliche Transformation gelingt»
«Politik für ein suffizientes Verhalten»
«Zu den Perspektiven kommunaler Suffizienz»

Dr. Jeannette Behringer
Verantwortliche nachhaltige Entwicklung in Forschung und Lehre
Universität Zürich
(Projektleitung)
E-Mail

Beitrag zu den SDGs

SDG 13 – Massnahmen zum Klimaschutz
Durch die Suffizienz-Workshops sollen die Teilnehmenden Wege finden, ihr Leben auf individueller Ebene „ressourcenleichter“ zu gestalten und zugleich kollektiv-strukturelle Veränderungen in Richtung Suffizienz anzustossen. Verringerte Material- und Energieflüsse führen zu einer Reduktion von Emissionen und tragen so zum Klimaschutz bei.

SDG 12 – Nachhaltige/r Konsum und Produktion
Obwohl SDG 12 vor allem an Ressourcen- und Energieeffizienz orientiert ist, sehen wir Suffizienz als weiteren entscheidenden Faktor zur Erreichung dieses Ziels. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, werden in der Produktion eingesparte Ressourcen und Energie fast immer durch den Verkauf grösserer Stückzahlen kompensiert, oft sogar überkompensiert (auch bekannt als Rebound-Effekt, Backfire-Effekt oder Jevons-Paradox). Dadurch steigen der absolute Ressourcen- und Energieverbrauch und damit die Umweltbelastung trotz Effizienzsteigerung weiter an. In einer Welt, in der weniger konsumiert würde, müssten viele Güter gar nicht erst produziert werden.

SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
Das SDG 3 wird meistens im Kontext des globalen Südens und den dortigen grossen Herausforderungen im Gesundheitssektor gesehen. Mit unserem Projekt wollen wir einen Beitrag zur Verbesserung der psychischen und physischen Gesundheit auch hier im globalen Norden leisten. Heutige Lebensstile, die sich an materiellem Wohlstand orientieren, führen oft zu Zeitdruck und chronischem Stress, was sich negativ auf unsere soziale, geistige und körperliche Gesundheit auswirkt. Suffiziente Lebensstile hingegen stellen das Wohlergehen des Menschen ins Zentrum und fokussieren auf die immateriellen Aspekte des Wohlstandes, zu denen auch Zeitwohlstand gehört.

SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Die Suffizienz-Workshops werden mit Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft und der Hochschulen gemeinsam entwickelt und durchgeführt. In den Workshops werden Zukunftsvisionen diskutiert, auf heutiges Handeln bezogen und Erfahrungen mit Hindernissen und erfolgreichen Strategien ausgetauscht. Der diskursive Austausch soll auch zur Bildung und Stärkung von Partnerschaften zwischen den Akteuren beitragen.

SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Vorträge, Diskussion und gemeinsame Reflexion über Suffizienz leisten einen Beitrag zu einem neuen Verständnis von Wachstum, Wohlfahrt und Arbeit. Jenseits rein monetärer Betrachtung hinterfragen und erweitern wir in der Veranstaltungsreihe ein quantitatives Wachstumsverständnis um qualitative Elemente wie Beiträge zum Gemeinwohl oder Sinn.

Hintergrund

Siehe Bsp. https://zksd.ch/projekt/wege-zur-suffizienz/

Neben Effizienz- und Konsistenzstrategien ist diese Strategie der Nachhaltigen Entwicklung die Unbequemste, weil sie erstens das Ziel der Senkung des absoluten Umwelt- und Ressourcenverbrauchs durch die Menschheit konsequent in den Blick nimmt und zweitens Veränderungen von Wertorientierungen und Verhaltensweisen für einen geringeren Umwelt- und Ressourcenverbrauch adressiert. Sie verlangt auch, ein neues Verhältnis der Menschheit zu Natur und Umwelt zu entwickeln, das Wertschätzung, Respekt und Demut gegenüber der Schöpfung verlangt. Deshalb ist Suffizienz unbequem, langfristig und herausfordernd. Veranstaltungsreihe „Gesellschaft des Genug“ soll aufzeigen, wie neue Formen der WertSchöpfung ein Mehr an Lebensqualität beeinflussen: Sei es durch wertorientierte Strategien in der Wirtschaft, die Integration von Handlungsfeldern in der Politik, oder die Schaffung konkreter Erfahrungsräume durch Pilotprojekte vor Ort. Auch hier geht es darum, Visionen des guten Lebens zu kreieren und Menschen verschiedener gesellschaftlicher Bereiche zusammenzuführen.