Sollen – Können – Wollen. Ein interaktiver Parcours zur Nachhaltigkeitskultur

Inhalt
Das Projekt
«Sollen – Können – Wollen» ist ein interaktiver, begehbarer Parcours zur Förderung von Nachhaltigkeitskultur im Hochschulkontext. Das Projekt macht das Spannungsfeld zwischen normativen Ansprüchen (Sollen), realen Handlungsspielräumen (Können) und motivationalen Voraussetzungen (Wollen) erfahrbar. In dialogischen Stationen reflektieren Teilnehmende Nachhaltigkeit, identifizieren Barrieren und erkunden Bedingungen für wirksames, gemeinschaftlich getragenes Handeln im Hochschulalltag.
Beitrag zu den SDGs

SDG 4 – Hochwertige Bildung
Das Projekt «Sollen – Können – Wollen» stärkt nachhaltigkeitsbezogene Handlungskompetenz im Hochschulkontext. Durch einen interaktiven Parcours werden Wissen, Reflexion und Handlung systematisch miteinander verbunden. Der Fokus auf Motivation, Barrieren und reale Handlungsspielräume fördert Lernen, das über reine Wissensvermittlung hinausgeht und Bildung als Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung wirksam macht.

SDG 12 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Der Parcours thematisiert nachhaltiges Handeln nicht als individuelle Konsumentscheidung, sondern als Zusammenspiel von normativen Erwartungen, strukturellen Bedingungen und Motivation. Dadurch leistet das Projekt einen Beitrag zum Verständnis und zur Überwindung von Barrieren nachhaltigen Handelns im Alltag und im institutionellen Kontext – eine zentrale Voraussetzung für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster.

SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
«Sollen – Können – Wollen» stärkt die Fähigkeit zur reflexiven Auseinandersetzung mit normativen Streitfragen, Interessenkonflikten und Verantwortung. Der dialogische Ansatz fördert demokratische Aushandlungsprozesse, Perspektivenvielfalt und institutionelle Lernprozesse – zentrale Elemente für resiliente, verantwortungsfähige und nachhaltige Institutionen.

SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Das Projekt verfolgt einen explizit inter- und transdisziplinären Ansatz und entsteht in Kooperation zwischen Pädagogik, Ethik, Umweltpsychologie und Nachhaltigkeitsforschung. Damit stärkt es auf lokaler Ebene partnerschaftliche Formen der Wissensproduktion und legt Grundlagen für nachhaltige Kooperationen, Transfer und gemeinsame Weiterentwicklung von Bildungsformaten im Hochschulbereich.
Hintergrund
Nachhaltigkeit ist im Hochschulkontext offiziell anerkannt, bleibt im Alltag jedoch häufig zwischen Anspruch und Umsetzung stecken. Das Projekt «Sollen – Können – Wollen» setzt genau an diesem Punkt an und versteht Nachhaltigkeit als ein zentrales Spannungsfeld zwischen normativen Erwartungen (Sollen), vorhandenen Fähigkeiten, Ressourcen und institutionellen Rahmenbedingungen (Können) sowie motivationalen, emotionalen und volitionalen Voraussetzungen für nachhaltiges Handeln (Wollen).
Ziel des Projekts ist die Konzeption, Erprobung und Reflexion eines interaktiven Bildungsformats, das nachhaltigkeitsbezogene Handlungskompetenz stärkt und Nachhaltigkeit als gemeinschaftliche Praxis erfahrbar macht. Im Zentrum steht ein begehbarer, modular aufgebauter Parcours, der Teilnehmende einlädt, sich Schritt für Schritt mit einem zukunftsorientierten Nachhaltigkeitsthema (Stand jetzt: «Nachhaltige Nutzung von KI im Hochschulkontext») auseinanderzusetzen. Die Stationen sind dialogisch, erfahrungsorientiert und reflexiv angelegt und ermöglichen unterschiedliche Zugänge – kognitiv, emotional und handlungsbezogen.
Entlang der drei Perspektiven Sollen, Können und Wollen bearbeiten die Teilnehmenden normative Orientierungen, individuelle und strukturelle Handlungsspielräume sowie bekannte psychologische und soziale Nachhaltigkeitsbarrieren. Dabei geht es nicht primär um Verhaltensappelle oder Wissensvermittlung, sondern um das bewusste In-Beziehung-Setzen von Wissen, Haltung und Handlung. Der Parcours eröffnet Räume für Perspektivenwechsel, Resonanz und kollektive Aushandlung und rückt die Frage ins Zentrum, unter welchen realen Bedingungen nachhaltiges Handeln verhindert, ermöglicht oder unterstützt wird.
Das Projekt richtet sich an Hochschulakteur:innen mit sehr unterschiedlichen Zugängen zu Nachhaltigkeit – von bereits engagierten Personen über Zögernde bis hin zu kritisch Distanzierenden. Gerade diese Heterogenität wird als produktiv verstanden und gezielt in das Format integriert. «Sollen – Können – Wollen» verfolgt einen inter- und transdisziplinären Ansatz und entsteht in Kooperation von Pädagogik und Ethik (PH Zürich), Umweltpsychologie (IPU Schweiz) sowie Nachhaltigkeitsforschung (ZHAW).
Verankert ist das Projekt im neu gegründeten «Büro für Nachhaltigkeit» an der PH Zürich. Als experimenteller Lern- und Reflexionsraum trägt der Parcours zur Weiterentwicklung einer gelebten Nachhaltigkeitskultur bei und schafft Impulse für kooperative Transformationsprozesse im Hochschulbereich. Gleichzeitig legt das Projekt Grundlagen für Transfer, Weiterentwicklung und wissenschaftliche Reflexion nachhaltigkeitsbezogener Bildungsformate.






